Die Messung von Emotionen stellt eine grosse Herausforderung in der Psychologie dar. Die gängigen Messinstrumente basieren auf Fragebögen, bei denen Personen beispielsweise auf einer Skala angeben, wie fröhlich oder traurig sie sich fühlen. Diese Messverfahren werden jedoch der Komplexität der Emotionen kaum gerecht.

Eine Emotion hängt mit verschiedenen körperlichen Prozessen zusammen, die wir zwar im Körper spüren, jedoch oft nicht so recht verbal beschreiben können. Seit einigen Jahren gibt es einen neuen, körperbasierten Ansatz zur Messung von Emotionen, das sogenannte «bodily sensation mapping1». Bei diesem Ansatz zeichnen die Personen ihre Körperempfindungen in Körpersilhouetten ein. Zusammen mit Bigna Lenggenhager und Kurt Stocker von der Universität Zürich / ETH Zürich habe ich in den letzten Jahren diesen Ansatz weiterentwickelt. Gemäss gängigen Emotionstheorien hat jede Emotion eine Aktivierungsdimension (wie stark erregt bin ich?) und eine Valenzdimension (wie angenehm/unangenehm ist die Empfindung?). Der bisherige «bodily sensation mapping»-Ansatz basierte nur auf der Aktivierungsdimension.

Wir haben nun die fehlende Valenzdimension eingeführt und konnten zeigen, dass mit diesem zwei-dimensionalen Ansatz Emotionen besser erfasst werden können. Zur Illustration sind hier die valenzbasierten Körperempfindungskarten für einige Emotionen dargestellt.

Wir erhoffen uns, mit unserer weiterentwickelten Methode einen wichtigen Beitrag zur Messung von Emotionen in der Forschung und Anwendung zu liefern. Insbesondere im klinischen Bereich könnte unsere Methode nützlich sein, da wir zeigen konnten, dass die valenzbasierten Körperempfindungskarten die negativen Emotionen «Traurigkeit» und «Depression» besser abbilden als die bisherige Methode. Unser Beitrag wird zurzeit begutachtet. Einen Preprint haben wir bereits veröffentlicht.

Zum Artikel 
Hartmann et al. (2021). Happiness feels light, sadness feels heavy: introducing valence-related bodily sensation maps of emotions.

Projektübersicht

Bezeichnung: «Happiness feels light, sadness feels heavy: introducing valence-related bodily sensation maps of emotions»
Fakultät: Psychologie
Leiter: Prof. Dr. Matthias Maalouli-Hartmann
Autor/innen: Prof. Dr. Matthias Maalouli-Hartmann (Assistenzprofessor FernUni Schweiz), Bigna Lenggenhager (Universität Zürich) und Kurt Stocker (ETH Zürich)
Dauer: 2019 - 2021
Veröffentlichung: 2. März 2021 (preprint)
Ziel: Einen wichtigen Beitrag zur Messung von Emotionen in der Forschung und Anwendung zu liefern.

Wenn Wettervorhersagen bei der Entwicklung von Lernstrategien helfen

Fakultät Psychologie Weiterlesen

Besser lernen mit Virtual Reality?

Fakultät Psychologie Weiterlesen

Wissenschaftliche Publikation im «European Journal of Psychological Assessment»

Fakultät Psychologie Weiterlesen

Artikel über die Validierung eines Messinstruments der Selbstkontrolle mit einem einzigen Parameter

Fakultät Psychologie Weiterlesen
Puzzle du logo d'UniDistance Suisse

Doktorand/in – kognitive Psychologie und individuelle Unterschiede

Fakultät Psychologie Weiterlesen