MA Sophie Küsterling
Sophie Küsterling arbeitet seit 2022 an der FernUni Schweiz als Forschungs- und Lehrassistentin von Prof. Dr. Christina Späti. Seit 2023 ist sie zudem Modulassistentin von Prof. Dr. Patrick Kury im Bachelor-Modul "Historiografie".
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E-MailSophie Küsterling hat an der Universität Luzern Politikwissenschaft und Geschichte studiert. Sie promoviert an der Universität Luzern zur Heimschaffung und Ausweisung psychisch kranker Deutscher aus den Kantonen Basel-Stadt und Zürich zwischen 1914 und 1945. Das Wintersemester 24/25 verbrachte sie an der Philipps-Universität Marburg.
Zu ihren Forschungsgebieten gehören Eugenik und Sozialdarwinismus, die NS-«Euthanasie» sowie die Schweizer Fremden- und Bevölkerungspolitik im 20. Jahrhundert. Mit Prof. Dr. Christina Späti forscht Sophie Küsterling zur Rassenanthropologie in der Schweiz vor 1900.
Aktuelles
Publikationen
Peer-Reviewed
"Zudem sei die Sterilisation Anormaler nicht das [D]ümmste, was im [D]ritten Reich gemacht werde." Reaktion der Schweizer Behörden und Diplomatie auf die Zwangssterlisiation von Schweizer:innen in NS-Deutschland, in: Medizin, Gesellschaft und Geschichte (43), 2025, S. 79-111.
Research focus
Forschungsschwerpunkte
- Eugenik und Sozialdarwinismus
- NS-„Euthanasie“
- Schweizer Migrations- und Bevölkerungspolitik des 20. Jahrhunderts
- Rassenanthropologie im 19. Jahrhundert
Dissertationsprojekt
„Patientin nahm den Beschluss weinend entgegen“. Ausweisung und Heimschaffung psychisch kranker Deutscher aus den Kantonen Basel-Stadt und Zürich (1914–1945) (Arbeitstitel)
Das Dissertationsprojekt behandelt Fälle von deutschen Staatsangehörigen, die in den Kantonen Basel-Stadt oder Zürich wohnten, aber wegen einer psychischen Krankheit zwischen 1914 und 1945 aus der Schweiz ausgewiesen und nach Deutschland heimgeschafft wurden.
Ziel der Arbeit ist es, den rechtlichen Handlungsrahmen der Heimschaffungen und Ausweisungen abzustecken und den Diskurs über psychisch kranke Ausländer:innen nachzuzeichnen. Zudem wird anhand von Fallbeispielen der Handlungsspielraum der Behörden, psychiatrischen Institutionen sowie der Betroffenen und ihren Angehörigen aufgezeigt sowie die Wirkungsmacht des besprochenen Diskurses verdeutlicht. Um die Grösse und Grenzen des Handlungsspielraums zu verdeutlichen, werden auch Fälle behandelt, bei denen die Heimschaffung/ Ausweisung nie in Betracht gezogen wurde oder verhindert werden konnte. Der Untersuchungszeitraum erlaubt, das behördliche Handeln während zwei Weltkriegen und der von Krisen gebeutelten und nationalistisch-protektionistischen Strömungen geprägten Zwischenkriegszeit zu vergleichen. Zudem kann eruiert werden, ob die Bundesbehörden angesichts ihres Wissens über die NS-«Euthanasie» (Ermordung psychisch kranker sowie kognitiv oder körperlich beeinträchtigter Menschen von 1940 bis 1945) den Kantonen die Ausweisung psychisch kranker Deutscher untersagten oder nicht.
Da die Heimschaffung und Ausweisung psychisch kranker Ausländer:innen aus der Schweiz bislang kaum erforscht wurde, nimmt sich die Arbeit einer Forschungslücke an. Zudem leistet sie einen wissenschaftlichen Beitrag zur Aufarbeitung des Verhaltens der Schweiz während des Nationalsozialismus und stellt eine Verbindung zwischen der Schweiz und NS-Opfern her.
Betreuung: Prof. Dr. Patrick Kury (Luzern) und Prof. Dr. Christina Späti (Fribourg/Brig)
Research projects
Forschungsgruppen
Inklusion und Exklusion in den europäischen Gesellschaften des 20. Jahrhunderts
Fakultät Geschichte
Lehre
Funktionen an der FernUni Schweiz
Fakultät Geschichte
- Doktorandin
Inklusion und Exklusion in den europäischen Gesellschaften des 20. Jahrhunderts
- Doktorandin
External Functions
Lehraufträge
Herbstsemester 2022: «Pionierhaft oder nachahmend? Eugenik und Sozialdarwinismus in der Schweiz und Deutschland bis 1945» (Proseminar), Universität Luzern.