Hervorgegangen ist das Projekt von Matthieu Gillabert aus einer zum ersten Mal erfolgten Partnerschaft zwischen der Haute école d’art et de design (HEAD), dem ethnographischen Museum in Neuenburg (MEN) und dem Institut fondamental d’Afrique noire (IFAN). Mit dem Ziel, die Auswirkungen der Ausstellung La Suisse présente la Suisse insbesondere über die Verbreitung von Design und Grafikdesign in Afrika zu untersuchen. Im Hinblick auf das Grafikdesign und die Museumswissenschaft konzentriert sich eine Form des «Technokolonialismus» auf die technischen und modernen Errungenschaften der Schweiz. Sie müssen den Entwicklungsstand der Schweiz belegen, der einem entkolonialisierten Land wie Senegal, das als «junge Nation» angesehen wird, voraus ist. Neben dem technischen Aspekt vermittelt diese Ausstellung auch rassenbezogene Vorstellungen. So kann man das ganz in Weiss gehaltene Plakat der Ausstellung als einen Ausdruck des Weiss-Seins in Verbindung mit der Modernität des Grafikdesigns interpretieren. Diese Ausstellung enthüllt so die Grundsatzfragen zur Schweizer und senegalesischen Identität und ihre gegenseitige Wahrnehmung. Das Ausstellungsarchiv ermöglicht es, die Aktivität der Schweiz in Senegal, die Darstellung der Schweizer Akteure in Afrika und die Erwartungen der afrikanischen Öffentlichkeit an eine solche Ausstellung nachzuvollziehen. Umgekehrt lässt sich beobachten, wie die senegalesischen Behörden solche Ereignisse als Legitimationsquelle von Macht nutzen sowohl innerhalb des Landes als auch gegenüber anderen afrikanischen Ländern.