AS: Ich beschäftige mich schon seit vielen Jahren mit Emotionen – damit, wie wir sie wahrnehmen, verstehen und regulieren, und wie sich diese Prozesse bei Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen mit unterschiedlichen Entwicklungsprofilen zeigen. Das Autismus-Spektrum ist dabei besonders interessant, weil es so vielfältig ist. Emotionen werden oft anders erlebt, zum Beispiel intensiver oder abgeschwächt, körperlicher, oder zeitlich verzögert. Dabei werden teils ganz eigene Wege entwickelt, Emotionen zu erleben und auszudrücken.
Viele Studien zeigen, dass Kinder, Jugendliche und Erwachsene im Autismus-Spektrum häufig Schwierigkeiten mit der Emotionsregulation oder dem Erkennen eigener Gefühle haben. Diese Herausforderungen können über die Lebensspanne hinweg zu erhöhtem Stress, Ängsten, Depressionen oder sogar Burn-out beitragen – Themen, die viele Familien und unsere Gesellschaft insgesamt betreffen.
Unser Ziel ist es daher, die zugrunde liegenden Mechanismen aus einer ressourcenorientierten und neurodiversen Perspektive besser zu verstehen und Wissen zu vermitteln, das wirklich weiterhilft. Wir möchten Wege aufzeigen, die Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen – ob neurotypisch oder autistisch – dabei helfen, mehr emotionale Sicherheit zu gewinnen und ein Leben zu führen, das nicht frei von schwierigen Gefühlen sein muss, aber leichter, selbstbestimmter und erfüllter sein kann.