Am Tag der Lehre 2026 stand die Zukunft des Lernens im Zeitalter der künstlichen Intelligenz im Mittelpunkt. Die FernUni Schweiz brachte Professor:innen, Studierende, Forschende, Mitglieder von EDUDL+ sowie Mitarbeitende der unterstützenden Dienste zusammen, um aktuelle Entwicklungen und neue Perspektiven zu diskutieren. Im Fokus standen innovative Lehransätze, aktuelle Forschung und die Förderung kritischen Denkens.

Ein besonderer Programmpunkt war die Vorstellung des neuen Forschungszentrums LIFT (Learning & Instruction with Future Technologies) unter der Co-Leitung von Prof. Dr. Julia Chatain, Assistenzprofessorin an der Fakultät für Mathematik und Informatik, und Prof. Dr. Tino Endres, Ausserordentlicher Professor für Psychologie. Das interdisziplinäre Zentrum widmet sich der Lehr- und Lernforschung und entwickelt wissenschaftlich fundierte Ansätze für Lehre und Lernen, die den technologischen Entwicklungen Rechnung tragen.

Lernen im Zeitalter neuer Technologien neu denken

Für Professorin Julia Chatain ist künstliche Intelligenz längst Teil des Hochschulalltags. «Da unsere Studiengänge vollständig online stattfinden, gehört KI heute ganz selbstverständlich dazu.» Ihr eigentliches Potenzial liegt für sie jedoch an anderer Stelle: «Der Aufstieg der KI bringt uns nicht nur dazu, neu darüber nachzudenken, welches Wissen wir vermitteln wollen. Er fordert uns auch dazu auf, uns mit der Frage auseinanderzusetzen, wie Menschen am besten lernen und nachhaltige Kompetenzen entwickeln können. In diesem Kontext ist ein interdisziplinärer Ansatz wichtiger denn je.»

In Vorträgen, Workshops und Präsentationen lernten die Teilnehmenden verschiedene Ansätze kennen, die aktives Lernen fördern, Studierende stärker einbeziehen und neue Möglichkeiten für die Leistungsbewertung eröffnen. Diskutiert wurde unter anderem, wie KI Studierende dabei unterstützen kann, Inhalte besser zu verstehen, Gelerntes zu üben und selbstständig zu lernen.

Dabei wurde auch eine zentrale Unterscheidung im Umgang mit KI deutlich: Gute Leistungen zu erzielen, bedeutet nicht zwangsläufig, auch zu lernen. «Lernen braucht Zeit und Anstrengung. KI kann uns dabei unterstützen. Wenn wir sie jedoch vor allem nutzen, um diese Anstrengung zu vermeiden, laufen wir Gefahr, auch Lerngelegenheiten zu reduzieren», betonte Prof. Dr. Corinna Martarelli, Vizerektorin Lehre. «Entscheidend ist daher, diese Technologien so einzusetzen, dass sie das Lernen unterstützen, anstatt die Prozesse zu ersetzen, die Lernen überhaupt erst ermöglichen.»

Als auf universitären Fernunterricht spezialisierte Institution möchte die FernUni Schweiz die Zukunft des Lernens aktiv mitgestalten. Der Tag der Lehre zeigte, welches Potenzial neue Technologien für innovative Lehr- und Lernansätze bieten. Gleichzeitig wurde deutlich, wie wichtig kritisches und eigenständiges Denken für die Qualität des Lernens bleibt. 

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