Das Projekt untersucht, warum viele Menschen in Deutschland, insbesondere Personen aus benachteiligten sozioökonomischen Schichten, keine Steuererklärung abgeben und dadurch auf mögliche Steuerabzüge verzichten. Dies führt dazu, dass das Steuersystem de facto weniger progressiv ist als politisch gewollt: Haushalte mit niedrigen Einkommen zahlen oft mehr Steuern, als sie eigentlich müssten. Im Mittelpunkt des Projekts steht die Frage, welche Friktionen (sogenannte Hassle Costs) Menschen davon abhalten, eine Steuererklärung einzureichen. In einem Feldexperiment wird systematisch analysiert, welche Arten von Zeit-, Informations- und Verwaltungsaufwand als besonders hinderlich empfunden werden. Ziel ist es, besser zu verstehen, welche Faktoren die Einreichung einer Steuererklärung (und damit die Geltendmachung möglicher Steuerabzüge) erschweren, und wie sich diese Hürden reduzieren lassen.