Dieses Projekt untersucht, inwieweit potenziell verzerrte Vorstellungen von Personen über ihren eigenen CO₂-Fussabdruck ihr Konsumverhalten erklären und ob die Korrektur dieser Vorstellungen zu Verhaltensänderungen führt.
Durch die Kombination einer gross angelegten Umfrage, eines kontrollierten Laborexperiments und eines Feldexperiments liefert das Projekt kausale Evidenz dazu, wie motivierte Überzeugungen über CO₂-Emissionen mit Konsumentenpräferenzen und politischen Instrumenten wie der CO₂-Bepreisung interagieren.

Trotz der weit verbreiteten Besorgnis über den Klimawandel besteht eine erhebliche Diskrepanz zwischen der erklärten Bereitschaft von Konsumentinnen und Konsumenten, ihre Konsumgewohnheiten zu ändern, und ihrem tatsächlichen Verhalten. Aufbauend auf dem theoretischen Rahmen motivierter Überzeugungen untersuchen wir, ob diese Diskrepanz durch eigennützige, motivierte Vorstellungen über den tatsächlichen CO₂-Fussabdruck des eigenen Konsums erklärt werden kann.

In einer ersten Studie befragen wir eine grosse, repräsentative Stichprobe der deutschen Bevölkerung, um Zusammenhänge zwischen den Vorstellungen der Menschen über ihren CO₂-Fussabdruck und ihren Konsummustern zu dokumentieren. Zudem manipulieren wir die Überzeugungen der Befragten exogen, um den kausalen Effekt auf ihre Bereitschaft zu messen, in die CO₂-Abscheidung zu investieren.

In einer zweiten Studie untersucht ein kontrolliertes Laborexperiment, wie Preise die Verzerrung von Vorstellungen über den CO₂-Fussabdruck des Konsums kausal beeinflussen und welche nachgelagerten Folgen dies für das Konsumverhalten hat.

In einer dritten Studie wird mittels eines Feldexperiments in universitären Mensen untersucht, wie Erinnerungen an die moralischen Kosten eines CO₂-intensiven Konsums die Nachfrage nach Menüs mit hohen CO₂-Emissionen in einem natürlichen Umfeld beeinflussen.

Die Ergebnisse werden politischen Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträgern helfen zu verstehen, wie Fehlwahrnehmungen hinsichtlich der eigenen Klimawirkung mit individuellen Präferenzen und Lebensumständen zusammenwirken und wie sich dies auf die Wirksamkeit politischer Instrumente wie einer CO₂-Steuer auswirkt.

Mitarbeiter

Christoph Drobner
Christoph Drobner Ko-Projektleiter
Sebastian Goerg
Sebastian Goerg Ko-Projektleiter
Prof. Dr. Michael Kurschilgen
Prof. Dr. Michael Kurschilgen Ko-Projektleiter

Finanzierung

Diligentia Foundation for Empirical Research
Betrag: EUR 33,650