Wie transparent soll Tierversuchsforschung sein? Das Forschungsprojekt analysiert die rechtlichen Rahmenbedingungen für den Zugang zu Informationen über Tierversuche und entwickelt Vorschläge für eine zeitgemässe Transparenzregulierung im Spannungsfeld von Forschungsfreiheit, Tierschutz, Geschäftsgeheimnissen und öffentlichem Informationsinteresse.
Das Forschungsprojekt untersucht die rechtlichen Grundlagen und Entwicklungsmöglichkeiten der Transparenzvorgaben im Bereich der Tierversuchsforschung. Im Zentrum steht die Frage, wie das schweizerische Recht den öffentlichen Zugang zu Informationen über Tierversuche ausgestaltet und welche rechtlichen Instrumente geeignet sind, Transparenz, wissenschaftliche Qualität und demokratische Legitimation der Forschung zu stärken.
Die Studie analysiert die bestehenden Informationspflichten im schweizerischen Tierschutzrecht sowie deren Zusammenspiel mit dem Öffentlichkeitsrecht. In einem rechtsvergleichenden Teil werden die Regelungen der Europäischen Union sowie deren Umsetzung insbesondere in Deutschland und Norwegen untersucht. Besonderes Augenmerk gilt der Veröffentlichung nichttechnischer Projektzusammenfassungen und der Präregistrierung von Forschungsvorhaben als Instrumenten zur Förderung von Transparenz und zur Umsetzung des 3R-Prinzips (Replace, Reduce, Refine).
Darüber hinaus untersucht das Projekt die rechtlichen Grenzen einer erweiterten Transparenz, insbesondere im Hinblick auf Geschäftsgeheimnisse, Forschungsgeheimnisse, Datenschutz und den Schutz personenbezogener Daten. Aufbauend auf den rechtsvergleichenden Erkenntnissen entwickelt die Studie konkrete Handlungsoptionen für Gesetzgeber und Behörden. Sie formuliert Empfehlungen zur Weiterentwicklung des Tierschutzgesetzes und der Tierschutzverordnung und zeigt auf, wie Transparenz im Bereich ethisch sensibler Forschung verbessert werden kann, ohne berechtigte öffentliche oder private Interessen zu beeinträchtigen.