Wie werden abstrakte Rechtsnormen im Alltag konkret umgesetzt? Und wie können Rechtsstaat und Demokratie auch in Zeiten gesellschaftlicher, politischer und technologischer Veränderungen stark und handlungsfähig bleiben? Nula Frei, Professorin für Öffentliches Recht an der Rechtswissenschaftlichen Fakultät der FernUni Schweiz, beschäftigt sich in ihrer Forschung mit diesen Fragen.

In der Interviewreihe «Forschung im Fokus» spricht Prof. Dr. Nula Frei über ihre Forschungsansätze und darüber, wie Recht von der internationalen bis zur lokalen Ebene wirkt. Dabei interessiert sie insbesondere, wie rechtliche Vorgaben auf verschiedenen staatlichen Ebenen umgesetzt werden und welche Voraussetzungen erfüllt sein müssen, damit dies gelingt. Ihre Forschung verbindet dabei unterschiedliche Bereiche des öffentlichen Rechts – vom Staats- und Verwaltungsrecht über Multi-Level-Governance bis zu Fragen von Technologie und Grundrechten.

Vom Völkerrecht bis zur lokalen Ebene

In ihrem derzeit grössten Forschungsprojekt untersucht Prof. Dr. Nula Frei die Rolle von Städten und Gemeinden bei der Umsetzung des Völkerrechts. Im Fokus steht die Frage, wie Normen, die auf internationaler Ebene entstehen, ihren Weg bis auf die lokale Ebene finden und dort konkret umgesetzt werden.

Daneben forscht sie u. a. zu Fragen des Datenschutzes, des Migrationsrechts und der Geschlechtergleichstellung und beschäftigt sich aktuell insbesondere mit der Anerkennung von nichtbinären Identitäten im schweizerischen öffentlichen Recht.  

Ein starker Rechtsstaat in Zeiten des Wandels

Die verschiedenen Forschungsprojekte verbindet ein übergeordnetes Anliegen: Wie kann das öffentliche Recht angesichts technologischer, politischer und gesellschaftlicher Veränderungen seine Steuerungsfähigkeit bewahren und weiterentwickeln? Und was braucht es, um die Resilienz von Rechtsstaat und Demokratie langfristig zu stärken?

Für Nula Frei ist dabei der Austausch über Fach- und Institutionsgrenzen hinweg zentral. Sie arbeitet mit Forschenden anderer Universitäten zusammen, aktuell beispielsweise mit der Universität Bern, und pflegt den interdisziplinären Dialog mit anderen Fachgebieten. Mit ihrer Forschung möchte sie nicht nur zum wissenschaftlichen Diskurs beitragen, sondern auch zu einer gerechten und demokratisch funktionierenden Gesellschaft und einem starken Rechtsstaat.

Neben ihrer Rolle in Forschung und Lehre ist Prof. Dr. Nula Frei Vizedekanin der Rechtswissenschaftlichen Fakultät und Studiengangsleiterin. An ihrer Tätigkeit an der FernUni Schweiz schätzt sie insbesondere die Möglichkeit, die Universität der Zukunft aktiv mitzugestalten sowie die Flexibilität und die Innovationsmöglichkeiten des Online-Studiums. Besonders wichtig ist ihr die Frage, wie auch im digitalen Studium der menschliche Kontakt und die Interaktion mit den Studierenden gefördert werden können. Zu den besonderen Momenten im akademischen Jahr zählt für sie die jährliche Diplomfeier im Herbst, bei der die Erfolge der Studierenden gemeinsam gefeiert werden. 

Hier das vollständige Interview mit Prof. Nula Frei

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