Wie lassen sich Armut und Ungleichheit bekämpfen, ohne allein auf Wirtschaftswachstum zu setzen? Mit dieser Frage befasst sich eine neue Initiative der Vereinten Nationen, an der auch Nicolas Bueno, Professor für internationales und europäisches Recht an der FernUni Schweiz, mitgewirkt hat. Ziel ist es, neue politische Ansätze für eine nachhaltige und gerechte Entwicklung aufzuzeigen.

Prof. Nicolas Bueno hat an der UN-Roadmap zur Beseitigung der Armut jenseits des Wirtschaftswachstums mitgewirkt, die am 25. Juni 2026 im Rahmen der 62. Tagung des UN-Menschenrechtsrats vorgestellt wurde. Die unter dem Mandat des UN-Sonderberichterstatters für extreme Armut erarbeitete Initiative zeigt neue Handlungsmöglichkeiten für Staaten, internationale Organisationen und die Zivilgesellschaft im Kampf gegen Armut und Ungleichheit auf. Dabei rückt sie Ansätze in den Fokus, die nicht ausschliesslich auf Wirtschaftswachstum setzen, sondern auch soziales Wohlergehen und ökologische Grenzen berücksichtigen. 

Den Wert von Arbeit neu denken

Im Rahmen der UN-Initiative hat sich Professor Bueno mit der Frage befasst, wie der Wert von Arbeit jenseits von Wirtschaftswachstum und Produktivität neu gedacht werden kann. Im Zentrum steht dabei eine stärkere Anerkennung gesellschaftlich unverzichtbarer Tätigkeiten, auch wenn diese nicht unmittelbar zu einer Steigerung von Produktion oder Produktivität beitragen.

Diese Überlegungen knüpfen an seine Forschung zum Arbeitsrecht und zu Postwachstumsmodellen an. So ist er unter anderem Mitherausgeber des 2024 bei Oxford University Press erschienenen Buches Labour Law Utopias: Post-Growth and Post-Productive Work. 

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