Dieses Projekt hat zum Ziel, die potenzielle vermittelnde Rolle zirkadianer Rhythmen im Zusammenhang zwischen dem Body-Mass-Index (BMI) und den kognitiven Funktionen zu untersuchen. Die Ziele bestehen darin, (1) hochwertige Daten zu erheben, um die Beziehungen zwischen BMI, zirkadianen Rhythmen und Kognition besser zu verstehen, und (2) zu evaluieren, ob eine Ernährungsintervention, die darauf ausgerichtet ist, zirkadiane Rhythmen zu stärken, die kognitiven Funktionen verbessern kann.

Im Jahr 2022 waren 2,5 Milliarden Erwachsene übergewichtig, wovon 890 Millionen an Adipositas litten (Weltgesundheitsorganisation, 2025). Über die wirtschaftlichen Folgen dieser Epidemie hinaus sind die Gesundheitsrisiken zahlreich: Adipositas ist mit metabolischen Störungen, Herz-Kreislauf- und Atemwegserkrankungen, kognitiven Beeinträchtigungen sowie Störungen der zirkadianen Rhythmen verbunden, einschließlich Schlaf-Wach-Rhythmusstörungen und veränderten Essmustern.

Eine wachsende Zahl von Erkenntnissen deutet darauf hin, dass Störungen der zirkadianen Rhythmen die mit Adipositas verbundenen kognitiven Beeinträchtigungen vermitteln könnten. Bei Kindern wurde eine teilweise vermittelnde Rolle von Schlafstörungen im Zusammenhang zwischen einem erhöhten Body-Mass-Index (BMI) und einer verminderten kognitiven Leistung in mehreren Bereichen, einschließlich des episodischen Gedächtnisses und der exekutiven Funktionen, identifiziert. Darüber hinaus hat eine als „zeitlich begrenztes Essen“ (time-restricted eating) bekannte Ernährungsintervention, die zur Stärkung zirkadianer Rhythmen beiträgt, in Tiermodellen der Adipositas vielversprechende Auswirkungen auf die Kognition gezeigt. Diese Beobachtungen werfen zwei Fragen auf: Erstens, ob zirkadiane Rhythmen die Auswirkungen von Adipositas auf die Kognition bei Erwachsenen vermitteln könnten, und zweitens, ob die Praxis des zeitlich begrenzten Essens auch positive Effekte auf die Kognition beim Menschen haben könnte.

Um diese Fragen zu beantworten, wird dieses Projekt in zwei Phasen unterteilt:

  • Phase 1: Eine Beobachtungsstudie zur Charakterisierung der Beziehung zwischen BMI, dem Zeitpunkt der Nahrungsaufnahme, zirkadianen Rhythmen und Kognition.
  • Phase 2: Eine Interventionsstudie (zeitlich begrenztes Essen über einen Zeitraum von 9 Stunden am Tag und Fasten während der verbleibenden 15 Stunden über 12 Wochen), um die Durchführbarkeit und die potenziellen Auswirkungen des zeitlich begrenzten Essens auf die kognitive Leistung zu bewerten.

Mitarbeiter

Prof. Dr Géraldine Coppin
Prof. Dr Géraldine Coppin Projektleiterin
Msc Marie-Sarah Didier
Msc Marie-Sarah Didier Doktorandin