Die FernUni Schweiz organisierte am 19. Juni 2026 die 2. Walliser Strafrechtstagung zum Thema Deepfakes. Rund dreissig Fachpersonen aus den Westschweizer Universitäten sowie aus Justiz und Cybersicherheit nahmen an der interdisziplinären Veranstaltung teil.
Den Auftakt der Tagung bildete ein Vortrag von Prof. Dr. Thierry Godel von der Rechtswissenschaftlichen Fakultät der FernUni Schweiz und Rechtsanwalt Nicolas Bloque über Straftaten im Zusammenhang mit Deepfakes. Sie gaben einen Überblick über die rechtlichen Fragestellungen, insbesondere über den Beweiswert solcher Inhalte und die Schwierigkeiten bei der Beurteilung des Schadens, der durch ihre virale Verbreitung entstehen kann.
Anschliessend widmeten sich Prof. Dr. Maria Ludwiczak Glassey, Professorin für Strafrecht an der Universität Genf, und Prof. HES Olivier Beaudet-Labrecque, Professor und Dekan des Instituts zur Bekämpfung der Wirtschaftskriminalität an der Fachhochschule Neuenburg, den Themen Betrug und Identitätsmissbrauch. Im Fokus standen insbesondere Liebesbetrug sowie verschiedene Formen des Missbrauchs digitaler Identitäten.
Staatsanwalt Pierre Voisard stellte die Ermittlungsmethoden und Mechanismen der internationalen Rechtshilfe in Verfahren mit rechtswidrigen synthetischen Inhalten vor. Er erläuterte die Verfahren zur Sicherung digitaler Beweismittel: von Auskunftsbegehren an Plattformbetreiber bis hin zur forensischen Datensicherung.