Das Projekt «Colonial Collecting and Its Afterlives. Human Remains and the Transformation of the Human Sciences in Switzerland (1850–Present)» startet 2027 und läuft über vier Jahre. Bernhard C. Schär leitet das Projekt als Principal Investigator.
Im Zentrum steht die Frage, wie menschliche Überreste in Schweizer Museen und Universitätssammlungen gelangten und welche Rolle der Kolonialismus dabei spielte. Eine Erhebung der Forschungsgruppe von Bernhard C. Schär aus dem Jahr 2025 zeigt die Dimension des Themas: In Schweizer Sammlungen befinden sich mehr als 27'000 menschliche Überreste. Mindestens 4'175 davon wurden im 19. und frühen 20. Jahrhundert in ehemaligen europäischen Kolonien erworben.
Das Projekt untersucht, wie diese Sammlungen entstanden sind, welche Personen und Institutionen daran beteiligt waren und welchen Einfluss sie auf die Entwicklung wissenschaftlicher Disziplinen und Vorstellungen über menschliche Unterschiede hatten. Damit widmet sich das Projekt auch einer bis heute aktuellen Frage nach dem verantwortungsvollen Umgang mit menschlichen Überresten aus kolonialen Kontexten.