Vor einem Publikum aus Hochschulangehörigen, Studierenden, Mitarbeitenden, Familie, Freundinnen und Freunden skizzierte Prof. Dr. Bernhard C. Schär das Forschungsfeld sowie das Programm seiner Professur.
Vor einem Publikum aus Hochschulangehörigen, Studierenden, Mitarbeitenden, Familie, Freundinnen und Freunden skizzierte Prof. Dr. Bernhard C. Schär das Forschungsfeld sowie das Programm seiner Professur.
In seinem Vortrag zeigte Bernhard C. Schär auf, dass eine Globalgeschichte der Schweiz auch eine neue Geschichte des imperialen Europas erfordert. Die Schweiz war trotz fehlender eigener Kolonien eng mit den imperialen Projekten ihrer europäischen Nachbarmächten verflochten. Möglich war dies nur, weil europäische Grossmächte nicht nur miteinander um Weltherrschaft konkurrierten. In vielen Bereichen wie etwa dem Missionswesen, der Wissenschaft oder dem Söldnerwesen arbeiteten sie auch grenzüberschreitend zusammen. Sie öffneten ihre Kolonien für Europäerinnen und Europäern aus anderen Ländern, darunter auch aus der Schweiz. Neben Konkurrenz war somit auch Kooperation wesentlich für die europäische Expansion. Dieser Aspekt wurde in der Forschung jedoch bislang zu wenig untersucht.
Die Forschung in Bernhard C. Schärs Professur hinterfragt also nicht nur das traditionelle Bild einer ausschliesslich neutralen und von kolonialen Dynamiken losgelösten Schweiz. Sie eröffnet zugleich neue Perspektiven auf die Globalgeschichte Europas und zeigt grenzüberschreitende Netzwerke sowie Formen von transimperialer Zusammenarbeit. Dadurch rückt sie auch die noch wenig bekannte Geschichte einer strukturellen europäischen Integration im Zeichen einer gemeinsam vorangetriebenen imperialen Expansion in den Fokus – mit Auswirkungen, die bis in die Gegenwart reichen.
Die Veranstaltung stiess auf grosses Interesse und führte zu anregenden Diskussionen mit dem Publikum. Das rege Mitwirken der Teilnehmenden unterstrich die wachsende Bedeutung globalgeschichtlicher Ansätze sowie aktueller Debatten rund um koloniale Erinnerungskultur und die Rolle der Schweiz im internationalen Kontext.
Wer die Antrittsvorlesung verpasst hat oder einzelne Passagen nochmals ansehen möchte, kann die Aufzeichnung online abrufen:
Zur Videoaufzeichnung der Antrittsvorlesung
Die FernUni Schweiz bedankt sich herzlich bei Prof. Bernhard C. Schär für seinen spannenden Vortrag sowie bei allen Teilnehmenden für ihr Interesse und den bereichernden Austausch.
SNF-AGORA-Förderung: Prof. Sabine Pitteloud an interuniversitärem Projekt beteiligt
Einladung zur Antrittsvorlesung von Professor Bernhard C. Schär
Rückblick auf den Master-Tag der Archives contestataires
Von universitärer Forschung zur Public History: Die Erfahrung eines Absolventen
Zwischen Exkursionen und Kolloquien: ein ereignisreiches Semester für die…