«Weibliche Grazie», Disziplin, Leistung und klare Vorstellungen davon, wie eine Turnerin auszusehen und zu turnen hatte. In ihrem neuen Buch «Perfekte Performanz. Frauenkunstturnen in der Schweiz (1949–1985)» untersucht Dr. Yvonne Schüpbach, Postdoktorandin in Neuerer und Neuester Geschichte an der FernUni Schweiz, die Geschichte des Frauenkunstturnens aus geschlechter- und körperhistorischer Perspektive. Das Buch erscheint am 22. Oktober 2026 und steht zugleich im Mittelpunkt einer Podcast-Folge und einer öffentlichen Buchvernissage.

In «Perfekte Performanz» zeigt Dr. Yvonne Schüpbach auf, wie sich gesellschaftliche Geschlechtervorstellungen und Sport gegenseitig prägten und wie Körper von Turnerinnen diskutiert, diszipliniert und bewertet wurden. Dabei beleuchtet sie auch ungleiche Machtverhältnisse und Formen von Gewalt – Themen, die angesichts aktueller Diskussionen im Turnsport weiterhin von hoher Relevanz sind.

Das Buch basiert auf Dr. Yvonne Schüpbachs Dissertation, die im Rahmen eines Doc.CH-Beitrags des Schweizerischen Nationalfonds (SNF) gefördert wurde. Es erscheint beim Campus Verlag in der Reihe «Geschichte und Geschlechter». Dank der SNF-Publikationsförderung für Open-Access-Bücher wird das Buch als Gold Open Access veröffentlicht und ist damit kostenlos digital zugänglich. 

Das Buch im Podcast «Zeitreise»

Zeitgleich mit der Veröffentlichung erscheint am 22. Oktober 2026 eine Folge des Podcast «Zeitreise», die ganz dem Buch «Perfekte Performanz» gewidmet ist. Als eingeladene Expertin spricht Dr. Yvonne Schüpbach über zentrale Erkenntnisse ihrer Forschung und ordnet diese in übergeordnete historische Zusammenhänge ein. 

Buchvernissage an der Universität Bern

Eine Woche nach der Veröffentlichung wird «Perfekte Performanz» im Rahmen einer öffentlichen Buchvernissage an der Universität Bern vorgestellt. Die Veranstaltung findet in Zusammenarbeit mit dem Historischen Institut der Universität Bern und Swiss Olympic statt. Gemeinsam mit Dr. Natalie Barker-Ruchti, Fachspezialistin Ethik bei Swiss Olympic und assoziierte Forscherin an der Universität Örebro in Schweden, gibt Dr. Yvonne Schüpbach Einblicke in das Buch und seine Themen. Im Anschluss sind die Teilnehmenden zu einem Apéro eingeladen.

Datum: Donnerstag, 29. Oktober 2026
Zeit: ab 18 Uhr 
Ort: Universität Bern, Hauptgebäude, Kuppelraum, 5. Stock

Anmeldung bis 22. Oktober 2026 

Weitere Einblicke in die Geschichte des Sports

Wer sich vertieft mit dem Thema auseinandersetzen möchte, kann Teile von Yvonne Schüpbachs Forschung noch bis März 2027 im Rahmen der Ausstellung «Sport – was uns bewegt» im Stadtmuseum Aarau sowie bei einer öffentlichen Podiumsdiskussion am 05. November 2026 kennenlernen. 

Dr. Yvonne Schüpbach ist Historikerin und Geschlechterforscherin. An der FernUni Schweiz forscht sie als Postdoktorandin der Fakultät Geschichte in der Forschungsgruppe «Inklusion und Exklusion in europäischen Gesellschaften des 20. Jahrhunderts» von Prof. Dr. Christina Späti. Ihre Forschungsschwerpunkte liegen in der kritischen Geschlechter- und Körpergeschichte, insbesondere in den Bereichen Sport, Fürsorge, Armut, Gesundheit und Alter. 

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