Ausgangspunkt sind aktuelle Entscheide des Bundesgerichts zur Zulässigkeit kommunaler Mindestlöhne. Nula Frei, Professorin für Staats- und Verwaltungsrecht an der FernUni Schweiz, zeigt das Spannungsfeld auf, welches aus diesen Urteilen hervorgeht: Städte können eigene Lösungen entwickeln, wenn sie gesellschaftlichen Problemen besonders nahe sind. Zugleich drohen bundesgesetzliche Eingriffe solche Spielräume zu begrenzen – selbst bei verfassungsrechtlichen Bedenken. Weil auch verfassungswidrige Bundesgesetze für Gerichte massgebend sind, kommt der föderalen Rücksichtnahme besondere Bedeutung zu. Der Gastbeitrag fragt, welche Verantwortung Parlament und Gerichte für das Gleichgewicht im Bundesstaat tragen.