Wer verfügt über unsere persönlichen Daten – und wie können wir die Kontrolle darüber zurückgewinnen?
Projekt Datenkontrolle untersucht die oft unsichtbaren organisatorischen Strukturen hinter der Erhebung, Speicherung und Verarbeitung persönlicher Daten. Ziel des Projekts ist es, eine wissenschaftliche Grundlage für mehr Transparenz und eine besser informierte Ausübung von Datenschutzrechten zu schaffen.
Personendaten sind zu einer zentralen Ressource der digitalen Wirtschaft geworden. Sie beeinflussen Werbung, Empfehlungen, den Zugang zu Dienstleistungen und in manchen Bereichen auch die Bedingungen, zu denen Produkte und Dienstleistungen angeboten werden. Dennoch haben Konsumentinnen und Konsumenten oft nur wenig Einblick darin, welche Organisationen über ihre Daten verfügen, wie diese verwendet und mit wem sie geteilt werden.
Hinter einer bekannten Marke kann sich ein komplexes Netzwerk aus Tochtergesellschaften, Auftragsbearbeitern, Technologieanbietern, Werbeplattformen und Datenhändlern verbergen. Die jeweiligen Rollen dieser Akteure sind für Konsumentinnen und Konsumenten oft nur schwer zu erkennen.
Nach dem Schweizer Datenschutzgesetz und der Datenschutz-Grundverordnung der Europäischen Union haben Konsumentinnen und Konsumenten Rechte in Bezug auf die Auskunft, Berichtigung und Löschung ihrer Personendaten. In der Praxis kann es jedoch schwierig sein, diese Rechte auszuüben.
Konsumentinnen und Konsumenten müssen möglicherweise zunächst die zuständige juristische Person identifizieren, unterschiedliche Verfahren für Anfragen durchlaufen und Organisationen kontaktieren, zu denen sie keine direkte Kundenbeziehung haben. Selbst wenn eine Organisation auf ein Auskunftsbegehren reagiert, kann unklar bleiben, wie vollständig die Antwort ist und wie genau sie die tatsächlich bearbeiteten Daten widerspiegelt. Diese Hindernisse verursachen erhebliche Such-, Informations- und Transaktionskosten.
Projekt Datenkontrolle untersucht die Hindernisse, die Konsumentinnen und Konsumenten haben, um eine wirksame Kontrolle über ihre Personendaten auszuüben.
Im Rahmen des Projekts wird eine Open-Source-Datenbank entwickelt, die sichtbar macht, welche organisatorischen Strukturen an der Bearbeitung von Personendaten beteiligt sind. Sie erfasst Unternehmen und andere Organisationen, zuständige Kontaktstellen sowie deren Rollen und Verantwortlichkeiten bei der Datenbearbeitung. Personendaten von Studienteilnehmenden werden nicht veröffentlicht.
Das Projekt untersucht:
Die Antworten auf Auskunftsbegehren werden systematisch dokumentiert und mithilfe datenbasierter Methoden analysiert. Das Projekt wird zudem empirisch untersuchen, welche Präferenzen Konsumentinnen und Konsumenten in Bezug auf Transparenz, Kontrolle und verschiedene Formen der Daten-Governance haben.
Die Ergebnisse werden zu einem besseren Verständnis der Informationsasymmetrien in der digitalen Wirtschaft beitragen und die Entwicklung wirksamerer Instrumente zur Ausübung von Datensouveränität unterstützen.
Möchten Sie mehr darüber erfahren, über welche Ihrer Personendaten Organisationen möglicherweise verfügen und wie Sie eine grössere Kontrolle darüber ausüben können?
Durch Ihre Teilnahme an unserer Studie können Sie sich mit diesen Fragen auseinandersetzen und gleichzeitig einen Beitrag zur Forschung über Transparenz, Datenschutzrechte und praktische Datensouveränität leisten.
Hier anmelden: Projekt Datenkontrolle
Bei Fragen kontaktieren Sie bitte research.study@unidistance.ch.