In ihrer Arbeit mit dem Titel «Das verfassungsrechtliche Verbot der Geschlechtsdiskriminierung als Verbot der sexistischen Diskriminierung» untersucht Elisabeth Joller das Verbot der Geschlechtsdiskriminierung in der schweizerischen Bundesverfassung. Sie rekonstruiert, wie dieses Verbot im Laufe der Zeit in Rechtsprechung und Lehre interpretiert und weiterentwickelt wurde.
Eine kritische Analyse von Rechtsprechung und Lehre zu Art. 8 Abs. 2 und 3 BV zeigt, dass herkömmliche Konzeptionen des Geschlechtsdiskriminierungsverbots nur bedingte Wirksamkeit gegen gesellschaftliche und rechtliche Strukturen der Ungleichheit versprechen. Die Arbeit plädiert für eine postkategoriale Konzeption des Geschlechtsdiskriminierungsverbots, die Diskriminierung als soziale Praxis der Hierarchisierung begreift und die dank einer sozialkonstruktivistisch und machttheoretisch fundierten Öffnung des Geschlechtsbegriffs verschiedene Dimensionen geschlechtsbezogener Diskriminierung zu erfassen vermag. Die Arbeit ist 2024 beim Stämpfli Verlag erschienen.
Der Prof. Walther Hug-Preis wird von der Prof. Walther Hug-Stiftung verliehen und zeichnet rechtswissenschaftliche Dissertationen zum Schweizer Recht aus, die an ihrer Universität bereits die höchste Auszeichnung erhalten haben und sich zusätzlich durch ihre besondere wissenschaftliche Qualität hervorheben.