Projekt «Wann ist der Gebrauch von Tablets sinnvoll?»

In diesem Forschungsprojekt soll der Tablet-Gebrauch aus wahrnehmungspsychologischer Perspektive betrachtet werden. Ein interessanter Effekt aus der Wahrnehmungspsychologie ist der «Handnäheneffekt». Dieser besagt, dass die perzeptuelle und kognitive Verarbeitung für Informationen in der Nähe unserer Hände leicht anders funktioniert. Die bisherige Forschung dazu zeigt hauptsächlich zwei Effekte: 1) eine erhöhte Aufmerksamkeit für den Raum zwischen unseren Händen (was je nach Aufgabe ein Vor- oder Nachteil sein kann), und 2) eine unterschiedliche Gewichtung von räumlichen und inhaltlichen Informationen bei der Verarbeitung von Reizen in Handnähe. Dieser Effekt basiert auf der Tatsache, dass unser Gehirn mit zwei unterschiedlichen neuronalen Verarbeitungspfaden ausgestattet ist – einem «Erkennungspfad», der eher auf das Semantische/Inhaltliche abzielt, und einem «Handlungspfad», der auf räumliche Informationen ausgerichtet ist und für die Interaktion mit Objekten wichtig ist. Die bisherige Forschung lässt vermuten, dass Informationen in Handnähe eher durch den Handlungspfad – zu Lasten des Erkennungspfads – verarbeitet werden. Beispielsweise wurde ein schlechteres Leseverständnis gefunden, wenn die Versuchspersonen ihre Hände am PC-Bildschirm hielten. Da wir Tablets meist in unseren Händen halten, könnten solche Effekte auch bei Tablets wirksam sein. Um den Nutzen von Tablets zu optimieren ist es daher wichtig, den «Handnäheneffent» bei verschiedenen Aufgaben genau zu untersuchen. Zur Untersuchung der Aufmerksamkeitseffekte werden u.a. die Augenbewegungen der Probanden während visuellen Suchaufgaben untersucht, und die semantische Verarbeitungstiefe wird mittels Leseverständnis- und Gedächtnisaufgaben untersucht.

Projektdauer
01.08.2018 – 31.08.2020

Teilnehmende

  • Prof. Matthias Maalouli-Hartmann, Psychologische Fakultät, FernUni Schweiz
  • M Sc Nik Hunziker, Psychologische Fakultät, FernUni Schweiz
  • B Sc Livio Hardegger, Psychologische Fakultät, FernUni Schweiz

Finanzierung

  • Forschungsfond FernUni Schweiz
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